Myokardinfarkt

Definition Myokardinfarkt 

Der Begriff Myokardinfarkt ist die in der Medizin gebräuchliche und fachlich exakte Benennung für einen Infarkt des Herzens. Umgangssprachlich ist dieser vielfach als Herzinfarkt bekannt. Grundsätzlich stellt sich ein Myokardinfarkt als Ausdruck einer bestehenden Erkrankung des Herzens als lebensbedrohliche, plötzlich auftretende Attacke dar. Er bedarf einer sofortigen notärztlichen Behandlung.
Der Myokardinfarkt ist eine krankhafte Einschränkung der Funktion des Herzens, die durch einen Funktionsverlust von absterbendem Muskelgewebe des Herzens gekennzeichnet ist. Betroffen ist beim Myokardinfarkt der Herzmuskel, der für die rhythmische und kräftige Pumpbewegung des Herzens zuständig ist. Die Nekrose des Herzmuskelgewebes wird durch einen Verschluss von Gefäßen hervorgerufen, welche für die Versorgung des Herzmuskels zuständig sind. Ein Auslöser, der zum Myokardinfarkt führt, kann der Verschluss der Herzkranzgefäße durch einen Thrombus oder auf Grundlage einer Arteriosklerose der Gefäßwand sein. 

Risiken und Ursachen für einen Myokardinfarkt

Als Risiken und ursächliche Faktoren für einen Myokardinfarkt kommen vielfältige Varianten in Frage. Zu den eindeutig geklärten Risikoeinflüssen, die einen Myokardinfarkt begünstigen, gehört eine ungesunde Lebensweise. Sie beinhaltet übermäßigen Konsum von Nikotin und Alkohol, Adipositas und zu wenig körperliche Bewegung. Zu achten ist hier auch auf eine gesunde Ernährung. Durch reduzierte Einnahme von gesättigten Fettsäuren und erhöhter Einnahme von ungesättigten Fettsäuren, wie zum Beispiel Omega-3, wird zum Erhalt eines gesunden Herzens beigetragen.
Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus und die Hypertonie, gleichsam als Bluthochdruck bekannt, können zu einem Myokardinfarkt beitragen. Darüber hinaus sind weitere Risiken für einen Myokardinfarkt erbliche Veranlagungen, und Beeinträchtigungen des Fettstoffwechsels mit einem zu hohen Cholesteringehalt im Blut. Häufig besteht bereits eine Herz-Kreislauf-Erkrankung bei einem Myokardinfarkt.
Der akute Myokardinfarkt tritt häufig als Folge eines stark wirkenden Ereignisses auf. Dieses lag bereits längere Zeit vor und hat zu einer Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems geführt. Altersgruppen ab dem 40. Lebensjahr neigen, ebenso wie Senioren, zu einem Myokardinfarkt. Stressbeladene Alltagssituationen, starke Lebensbelastungen sowie psychische Erkrankungen und die Strukturen der Persönlichkeit fließen in die Ursachen bei einem Myokardinfarkt mit ein.

Diagnostische Verfahren beim Myokardinfarkt

Typische Untersuchungen, die einen Myokardinfarkt abklären können, sind die meist eindeutigen Symptome im akuten Fall. Aber auch ein Herz EKG, labortechnische Methoden sowie ein Ultraschall des Herzens und eine Ansicht der Gefäße des Herzens innerhalb der Angiografie sind hilfreich.

Behandlungsmöglichkeiten Myokardinfarkt

Neben der wichtigen medizinischen Notfallversorgung beim Myokardinfarkt ist eine medikamentöse Behandlung unerlässlich. In der Klinik wird beim Myokardinfarkt eine sogenannte Reperfusionstherapie durchgeführt, um einen Verschluss des Herzkranzgefäßes zu öffnen und die Durchblutung zu gewährleisten. Es gibt auch Nachbehandlungen, die bei einem Myokardinfarkt indiziert sind. Dazu gehören Kombinationen aus Medikamenten, physiotherapeutischen, psychosozialen und rehabilitierenden Maßnahmen. Darüber hinaus sind Sport unter fachlicher Anleitung und eine Änderung der Lebensweise Voraussetzungen, um nach einem Myokardinfarkt die Lebensqualität aufrecht zu erhalten. 

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