Kristalline Intelligenz und fluide Intelligenz

Kristalline Intelligenz und fluide Intelligenz - Die Zweikomponententheorie

Die Unterteilung der Intelligenz in kristalline Intelligenz und fluide Intelligenz entstammt der Zweikomponententheorie des Persönlichkeitspsychologen Raymond Cattell. Danach wird die Gesamtintelligenz durch erlerntes Wissen beeinflusst. Diesen Teil bezeichnet Cattell als kristalline Intelligenz. Darüber hinaus haben auch Gene und Vererbung einen Einfluss. Dieser Bestandteil wird fluide Intelligenz genannt.
Heutzutage wird Intelligenz häufig mit geistiger Leistungsfähigkeit in Verbindung gebracht. Viele Faktoren wie Stress oder psychische Belastungen führen jedoch zu einer verminderten geistigen Aufnahmefähigkeit und erschweren den Prozess der Denkarbeit. Um die geistige Leistungsfähigkeit auch unter schwierigen Bedingungen zu erhalten, können dem Gehirn wichtige Mikronährstoffe zugeführt werden.

Was sind kristalline Intelligenz und fluide Intelligenz?

Die kristalline Intelligenz wird auch als kristallisierte Intelligenz bezeichnet. Sie ist die Summe von all dem, was ein Mensch im Laufe seines Lebens erlernt hat. Die kristalline Intelligenz setzt sich somit aus dem Wortschatz eines Menschen, den Fakten der Allgemeinbildung und dem Schulwissen zusammen. Darüber hinaus beinhaltet die kristalline Intelligenz auch Alltagserfahrungen und Erinnerungen einer Person. Die kristalline Intelligenz, also welches Wissen sich ein Mensch aneignet und welche Erfahrungen er macht, ist dabei abhängig von der Persönlichkeit und den Vorlieben dieser Person. Zusätzlich bestimmen auch das soziale Umfeld und die Kultur die kristalline Intelligenz, beispielsweise durch Schule oder Medien. Die kristalline Intelligenz bildet sich hauptsächlich bis zum frühen Erwachsenenalter aus. Aber auch in späteren Jahren kann die kristalline Intelligenz noch erweitert werden. 
Die fluide Intelligenz, die auch flüssige Intelligenz genannt wird, umfasst die geistige Flexibilität eines Menschen. Die fluide Intelligenz bestimmt, wie schnell eine Person eine Situation erfassen und sich auf diese Situation einstellen kann. Zudem beinhaltet die fluide Intelligenz auch die Fähigkeit zum Problemlösen, zum logischen Denken, zum Schlussfolgern und die Geschwindigkeit, mit der Informationen verarbeitet werden. Die fluide Intelligenz eines Menschen ist dabei, anders als die kristalline Intelligenz, unabhängig von der Umgebung und Erfahrung eines Menschen. Stattdessen spielt für die fluide Intelligenz der Einfluss biologischer Faktoren eine bedeutende Rolle. So wird die fluide Intelligenz durch die Gene beeinflusst und kann durch Hirnerkrankungen gemindert werden. Die fluide Intelligenz steigt bis zum Jugendalter an, bevor sie dann stagniert und bereits ab einem Alter von 20 Jahren wieder nachlassen kann.

Die kristalline Intelligenz als Ausgleich für fluide Intelligenz

Es bedeutet aber nicht zwangsläufig eine Minderung der geistigen Leistungsfähigkeit, dass die fluide Intelligenz bereits früh wieder abfällt. Zum einen lassen die Vermeidung von Routinen und die Schaffung neuer Anreize die fluide Intelligenz weniger schnell sinken. Zum anderen kann aber auch die kristalline Intelligenz eine wachsende Rolle für die Leistungsfähigkeit spielen. Indem die kristalline Intelligenz durch einen Zugewinn an Erfahrung anwächst, kann die nachlassende fluide Intelligenz ausgeglichen werden. So können die fluide Intelligenz und kristalline Intelligenz zusammen betrachtet mit etwa 40 Jahren ihren gemeinsamen Höhepunkt erreichen. 

 

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