Fettstoffwechselstörungen

Definition Fettstoffwechselstörungen

Wenn der Fettspiegel im Blut dauerhaft erhöht ist, spricht man von Fettstoffwechselstörungen. Das menschliche Blut erhält einen natürlichen Anteil von Fettstoffen. Diese werden zum einen in der Leber produziert, zum anderen durch die Nahrung zugeführt. Die wichtigsten Fette sind das Cholesterin und die sogenannten Triglyceride. Sie werden von den Organen unter anderem zur Zellbildung benötigt. 

Primäre und sekundäre Fettstoffwechselstörungen

Die primären Fettstoffwechselstörungen werden durch Ernährung und Übergewicht hervorgerufen. Man spricht daher auch von "erworbenen Fettstoffwechselstörungen". Eine gesunde Lebensweise kann hier also bereits Abhilfe schaffen.
Die sekundären Fettstoffwechselstörungen sind die Folge von Erkrankungen wie Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Schilddrüsenunterfunktion oder Lebererkrankungen. Sie werden auch begünstigt durch die Einnahme von Medikamenten. Im Gegensatz zu den primären Fettstoffwechselstörungen sind die sekundären Fettstoffwechselstörungen durch die Behandlung der Grunderkrankung schneller heilbar.

Symptome von Fettstoffwechselstörungen

Meistens verlaufen erworbene Fettstoffwechselstörungen über Jahre ohne Symptome und manifestieren sich erst in Folge-Erkrankungen. Bei angeborenen Fettstoffwechselstörungen zeigen sich Hauterscheinungen in Form von gelblichen Haut-Knötchen, vorzugsweise an den Augenlidern, Ohren sowie an Fingern. Aber auch Zehen, Ellenbogen und  Kniekehlen können betroffen sein. Diese sogenannten Xanthome treten bei erworbenen Fettstoffwechselstörungen erst im fortgeschrittenen Stadium auf. Auch kommt es hier häufig zu einem weiß-gelben Ring um die Iris im Auge.

Folgen der Fettstoffwechselstörungen   

Die im Blut vorhandenen Fette werden für den Transport zu den Organen an Eiweiße gebunden. Sie werden als Lipoproteine bezeichnet. Sind zu viele Lipoproteine im Blut vorhanden, dringen sie in die Gefäßwände ein und verursachen dort entzündliche Reaktionen. Es kommt zu Gefäßverhärtungen und -verengungen, der Arteriosklerose. Diese wiederum erhöht das Risiko für Bluthochdruck, Thrombosen (Blutgerinnseln), einem Myokardinfarkt (Herzinfarkt) und Schlaganfällen. Leber- und Milzvergrößerungen sind weitere Folgen von Fettstoffwechselstörungen. 

Vorbeugung und Behandlung von erworbenen Fettstoffwechselstörungen

Fettstoffwechselstörungen werden vor allem durch einen zu hohen Cholesterinspiegel und Übergewicht begünstigt. Alkohol, Zucker und tierische Fette wirken sich besonders ungünstig auf den Fettstoffwechsel aus. Durch mehrfach ungesättigte Fettsäuren (etwa Omega-3), die beispielsweise in Olivenöl, magerem Fisch und Geflügel enthalten sind, kann der Cholesterinwert gesenkt werden. 
Als natürliche Heilmittel bei Fettstoffwechselstörungen haben sich Artischocken-Extrakte und indische Flohsamen bewährt. Andere Medikamente enthalten zum Beispiel Enzym-Hemmer, Nicotinsäure aus dem Vitamin-B-Komplex oder Fibrinsäuren zum Abbau von Fettsäuren. Die medikamentöse Behandlung von Fettstoffwechselstörungen sollte zwingend einher gehen mit einer Umstellung der Ernährung. Bei genetisch bedingten oder besonders ausgeprägten Fettstoffwechselstörungen kann auch ein Austausch des Blutplasmas (Plasmapherese) vorgenommen werden. 

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