Extrasystolen

Definition Extrasystolen 

Die Bezeichnung Extrasystole ist im Zusammenhang mit dem Rhythmus des Herzschlages bedeutsam und kennzeichnet krankhafte Unregelmäßigkeiten. Die Extrasystole ist ein Schlag des Herzens, der nicht in den regelmäßigen Takt des Herzens gehört. Er kann mehr oder weniger starke körperliche Beeinträchtigungen sowohl des Herzens als auch des gesamten Organismus mit sich bringen. Im übertragenen Sinn werden Extrasystolen häufig als ein Stolpern des Herzens oder zusätzliche Herzschläge bezeichnet. 

Typen der Extrasystolen

Fast das gesamte System des Herzens ist von Reiz- und Nervenleitungen durchzogen. Daher treten die Extrasystolen nicht in einer einheitlichen, lokal begrenzten Zone, sondern in variierenden Bereichen des Herzens auf. Aus diesem Grund unterscheiden die Mediziner sowohl die ventrikulären Extrasystolen als auch die supraventrikulären Extrasystolen voneinander. Letztere treten in den Herzvorhöfen auf. Werden die Extrasystolen nur in einer Herzkammer deutlich, spricht man von ventrikulären Extrasystolen.

Ursächliche Faktoren für die Ausprägung von Extrasystolen

Bei vielen gesunden Menschen werden Extrasystolen festgestellt, ohne dass diese zu körperlichen Einschränkungen führen oder von den Betroffenen selbst bemerkt werden. 
Häufig treten Extrasystolen auf, wenn Stress, zu wenig Schlaf oder andere Auslöser vorhanden sind. Auch Genussmittel wie Kaffee, Tee, Drogensubstanzen und Nikotin können zu Extrasystolen führen. Hier kann ein gesunder Lebenswandel Abhilfe schaffen.
Im Gegensatz dazu sind ebenfalls erworbene und erbliche Ursachen die Grundlage für die extrasystolischen Herzschläge. Erkrankungen wie die Koronare Herzkrankheit, sogenannte Kardiomyopathien und eine Myokarditis können eine Extrasystole begünstigen. Diesen können zum Beispiel mit vermehrter Einnahme von Omega-3 Fettsäuren vorgebeugt werden. Hormonelle Störungen, Medikamente, Verschiebungen des Elektrolythaushaltes oder das als Roemheld-Syndrom bezeichnete Krankheitsbild sind ebenfalls durch  Extrasystolen charakterisiert.

Diagnostische Erkennung der Extrasystole

Betroffene Patienten nehmen Extrasystolen oft selbst nicht als störend wahr. Auch durch das Abhören des Herzens mit dem Stethoskop können sie nicht immer eindeutig gehört werden. In diesem Fall stellt das EKG eine geeignete technische Variante dar, um die Extrasystolen sicher zu diagnostizieren. Als hervorragende und sehr zuverlässige technische Methode für die Diagnostik der Extrasystolen kommt das sogenannte Langzeit Herz EKG in Frage. Darüber hinaus kann ein spezielles EKG unter körperlicher Belastung anzeigen, ob die Extrasystolen überwiegend bei physischer Beanspruchung deutlich werden.

Therapeutische Möglichkeiten bei Extrasystolen

Stören Extrasystolen und gehören sie zur Klasse der supraventrikulären Extrasystolen, also solchen, die in den Herzvorhöfen stattfinden, ist eine Behandlung erforderlich. Steht das Auftreten der Extrasystolen mit einer Erkrankung des Herzens in Zusammenhang, sind therapeutische Maßnahmen ebenfalls unumgänglich. Spezielle Medikamente sind Betablocker und Arzneimittel, die reich an Kalium und Magnesium sind.Ventrikuläre Extrasystolen werden durch eine zusätzliche Verabreichung von Kalium und Magnesium ausgeglichen. Diese Elektrolyte sind wichtig für eine geregelte Reizleitung und damit eine gesunde Funktion des Herzens. Darüber hinaus setzen Mediziner eine als antiarrhythmische Therapie bezeichnete Behandlung um. Durch sie kann dem lebensgefährlichen Kammerflimmern durch sehr starke Extrasystolen vorgebeugt werden.

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