Chondrozyten

Definition Chondrozyten

Chondrozyten sind die Zellen des menschlichen Körpers, die an der Bildung des Knorpels beteiligt sind. Chondrozyten gehen aus den sogenannten Chondroblasten hervor, welche wiederum aus mesenchymalen Stammzellen, einer Stammzellart, entstehen. 
Aufbau der Chondrozyten und Anordnung im KnorpelgewebeChondrozyten sind runde Zellen mit fingerförmigen Fortsätzen. Im Gegensatz zu anderen Zellen des menschlichen Körpers sind Chondrozyten nicht in der Lage mit anderen Zellen zu kommunizieren. Chondrozyten sind an der Bildung der extrazellulären Matrix, dem Bindegewebe des Knorpels beteiligt. Auf Grund dessen besitzen sie viel raues endoplasmatisches Retikulum zur Synthese von Proteinen. 
Im Knorpel liegen Chondrozyten meist einzeln in Knorpelhöhlen vor, welche von speziellen Proteinen, den Kollagenfasern von der Umgebung abgegrenzt sind. Diese Kollagenfasern fassen mehrere Chondrozyten-Knorpelhöhlen zu der höheren Einheit den Chondronen zusammen. Durch weitere Fasern zwischen den Chondronen werden diese Zellverbänden am Perichondrium (Knorpelhaut) oder am Knochen befestigt. Die Versorgung der Chondrozyten mit Nährstoffen erfolgt über die Synovia, der Gelenkflüssigkeit.

Aufgaben der Chondrozyten

Chondrozyten sind an der Bildung des Knorpels beteiligt, indem sie die Knorpelgrundsubstanz (extrazelluläre Matrix) bilden. Während des menschlichen Wachstums sind Chondrozyten in der Lage Zellteilung zu betreiben und somit zum Wachstum des Knorpels beizutragen. Diese Teilungsaktivität der Chondrozyten befähigt sie dazu, kleine Schäden des Knorpels zu reparieren. Nach Abschluss des Wachstums verlieren Chondrozyten ihre Teilungsaktivität. Dadurch tragen sie nur noch durch Bildung der Knorpelgrundsubstanz zur Knorpelbildung bei und können keine reparativen Vorgänge mehr vornehmen.Eine gesunde Ernährung kann dabei helfen, den Erhalt einer normalen Knorpelfunktion zu gewährleisten. Unterstützend wirken dabei auch Nahrungsergänzungsmittel.

Erkrankungen der Chondrozyten

Die bekannteste Chondrozyten-Erkrankung ist die Arthrose, bei der das Knorpelgewebe beschädigt wird. Es handelt sich bei der Arthrose um einen Gelenkverschleiß, der nicht altersbedingt ist. Behandelt wird die Arthrose durch Transplantation von Chondrozyten. Dabei werden mittels Arthroskopie gesunde Chondrozyten entnommen und innerhalb von 3-4 Wochen im Labor vermehrt. Diese vermehrten Chondrozyten werden anschließend in das defekte Knorpelgewebe wieder eingesetzt. Die vollständige Integration der Chondrozyten dauert einige Wochen und führt dazu, dass sich der Patient wieder uneingeschränkt bewegen kann. Der große Vorteil dieser Methode ist, dass dem Patienten Körpereigene Chondrozyten entnommen werden. Dadurch ist bei der Transplantation das Risiko einer Abstoßung sehr gering. 

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